Fans und Kritiker zugleich

EA über eSportler: "Uns ist es sehr wichtig, was sie denken"

An Bedeutung gewonnen? Das Feedback der Profis wird für EA SPORTS immer wichtiger.

An Bedeutung gewonnen? Das Feedback der Profis wird für EA SPORTS immer wichtiger. kicker eSports

"Wenn wir das Spiel entwickeln, entwerfen wir ein Feature und überprüfen sofort: Was bedeutet es für die Anfänger, was bedeutet es für unsere erfahrenen Spieler und was bedeutet es für die Profis", erklärt Associate Producer Sam Riviera den Entwicklungsprozess von neuen Features im Interview bei kicker eSport. Er weiß, dass EA SPORTS alle drei Gruppen zufriedenstellen muss. In den letzten Jahren gewann allerdings besonders die Fraktion der eSportler an Relevanz.

eSportler sind ein wichtiger Bestandteil der FIFA-Community. Kaum ein Spieler ist so gut mit FIFA vertraut und verbringt so viele Stunden auf dem virtuellen Rasen, wie die Konsolen-Athleten. Immerhin ist FIFA für sie nicht nur ein Hobby, sondern auch ihr ihr Beruf. Sie haben zudem einen anderen Blickwinkel als die meisten FIFA-Spieler: Ein neuer Modus, wie VOLTA, ist für sie nicht relevant, während jede noch so kleine Gameplay-Änderung genau analysiert wird. Auch Rivera ist überzeugt: "Die Profis sind ein wichtiger Teil der Community, denn sie haben eine Menge Einfluss und viele Fans. Uns ist es sehr wichtig, was sie denken."

Um mehr Feedback von den eSportlern zu erhalten, sucht EA verstärkt den Kontakt zur FIFA-Weltelite. Laut Rivera besuchten Entwickler nicht nur FIFA-Turniere in Bukarest, um dort mit den Profis zu sprechen. Ein paar ausgewählte Spieler wurden zudem ins Hauptquartier nach Vancouver eingeladen. Darunter war auch der gestandene Profi August 'Agge' Rosenmeier, wie kicker eSport erfuhr. Und auch bei einer ersten Anspiel-Session von FIFA 20 in Berlin waren zahlreiche eSportler, wie das Werder Bremen-Duo Mohammed 'MoAuba' Harkous und Michael 'MegaBit' Bittner, zugegen, um den neuen Teil zu testen und ihre ersten Eindrücke zu schildern.

Unzufriedene Profis

Trotz der Zusammenarbeit ist das Verhältnis zwischen EA und den Profis fernab von perfekt. Viele eSportler fühlen sich trotz der Bemühungen des Entwicklers nicht genug gehört. Das verwundet im ersten Moment, hat aber auch seine Gründe: Zum einen kann der Entwickler es nicht allen Profis gleichermaßen Recht machen, denn auch unter ihnen gibt es verschiedene Meinungen.

Zum anderen ist es nicht in EAs Interesse, nur auf die eSportler zu achten: Im Zweifel kommen viele Wünsche daher gar nicht ins Spiel, wenn interne Daten oder anderen Teile der Community dagegensprechen. Zudem sind einige Neuerungen gut gemeint, stellen sich im Spiel aber nur als suboptimale Lösung heraus. Das machte insbesondere die Patches in FIFA 19 deutlich. Zu hoffen bleibt nur, dass beide Parteien durch die wachsende Zusammenarbeit immer stärker zueinanderfinden, denn im Grunde haben beide Seiten das gleiche Ziel: Ein gutes FIFA.

Christian Mittweg

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