Komplizierte Local-Player-Regelungen erschweren die Wechsel

Union: Kahraman und Maloney auf kniffliger Klubsuche

Union Berlin

Auf der Suche nach Spielpraxis: Unions Eigengewächse Cihan Kahraman (li.) und Lennard Maloney. imago images

Aus dem Trainingslager in Windischgarsten berichtet Jan Reinold

Abwehrspieler Lennard Maloney (19) und der offensive Mittelfeldspieler Cihan Kahraman (20) reisten nicht mit nach Windischgarsten. Die Eigengewächse blieben in Berlin, sie sind auf Klubsuche und sollen woanders Spielpraxis sammeln. Auch aufgrund der Local-Player-Regelung der DFL, die mindestens vier vom Verein ausgebildete Spieler im Kader verlangt, ist die Suche nach einem passenden Abnehmer allerdings nicht ganz einfach.

Aktuell kommt Union mit Maloney und Kahraman sowie den kürzlich mit einem Profivertrag ausgestatteten Talenten Laurenz Dehl (17) und Maurice Opfermann-Arcones (19) auf genau vier dieser vom Verein ausgebildeten Jungprofis. Bis zu zwei dieser Talente kann Union noch verleihen, ohne gegen die Vorgaben des Ligaverbandes zu verstoßen - solange die neuen Klubs mindestens in einer 3. Liga beheimatet sind.

Kahraman in die Türkei?

Deutsche Drittligisten (genauer: die ersten Mannschaften) müssen laut DFB-Reglement allerdings mindestens vier U-23-Spieler in ihren Spieltagskader berufen, die für ein DFB-Team spielberechtigt sind. Diese Anforderung erfüllt Kahraman, der türkischer U-21-Nationalspieler ist, nicht. Bei dem Offensivakteur, der in der vergangenen Saison an Regionalligist Union Fürstenwalde verliehen war, steht auch deshalb ein Wechsel in die Türkei im Raum.

Da Kahramans Vertrag in Köpenick im kommenden Jahr ausläuft, müsste er für ein Leihgeschäft mit einem anderen Klub normalerweise erst seinen Vertrag mit Union verlängern. Die andere Möglichkeit: Der 20-Jährige wechselt fest, dann allerdings müsste Union einen weiteren Youngster aus dem eigenen Nachwuchs zum Profi befördern, um das Local-Player-Kontingent aufzufüllen.

Bei Maloney, der in der vergangenen Saison auch aufgrund seiner Abitur-Verpflichtungen sportlich keine Rolle beim Bundesliga-Neuling gespielt hatte und bei den Eisernen vertraglich bis 2021 gebunden ist, könnte ein Leihgeschäft mit einem Drittligisten für die gewünschte Spielpraxis sorgen. Sollte bei beiden keine zeitnahe Entscheidung fallen, könnte das Duo noch nach Österreich nachreisen.

Torwart Lennart Moser (19) und Offensivspieler Berkan Taz (20), die an Energie Cottbus verliehen wurden, zählen übrigens nicht zu Unions Local-Player-Kontingent. Bei einer Leihe dürfen gemäß DFL-Vorgaben im Fall der Eisernen, die keine zweite Mannschaft unterhalten, zwischen dem abgebenden und dem aufnehmenden Verein nur maximal zwei Spielklassen liegen. Andernfalls fallen die Leihspieler nicht mehr unter die Local-Player-Regelung. Cottbus spielt aber in der viertklassigen Regionalliga Nordost.