Der Aufsteiger muss einen schwierigen Spagat meistern

Warum hat Paderborn die teuerste Dauerkarte der Bundesliga?

Das Stadion des SC Paderborn

Im Stadion des SC Paderborn gibt es mehr Steh- als Sitzplätze. Getty Images

Am Mittwoch hat der SC Paderborn als letzter Bundesligist die Ticketpreise für die anstehende Saison bekanntgegeben. Und die Zahlen sind erst einmal spektakulär: Bei keinem Ligakonkurrenten, nicht einmal beim bisherigen "Spitzenreiter" Borussia Dortmund, wird die günstigste, nicht ermäßigte Stehplatz-Dauerkarte mehr kosten als beim Aufsteiger.

225 Euro und damit satte 30 Euro mehr als in der abgelaufenen Zweitliga-Saison muss ein SCP-Fan zahlen, um die 17 Heimspiele im Abo zu sehen. Zum Vergleich: Der BVB verlangt als neuer Zweiter des Bundesliga-Rankings 2019/20 219 Euro, Paderborns Mitaufsteiger 1. FC Köln 165 Euro und der VfL Wolfsburg als "Schlusslicht" sogar nur 145 Euro.

Warum sind die Preise bei einem Klub, der erst vor seiner zweiten Bundesliga-Saison überhaupt steht und vor zwei Jahren noch Drittligist war, zum Teil deutlich höher als bei der Konkurrenz? Ein genauerer Blick lohnt sich. Die Paderborner müssen nämlich einen besonderen Spagat meistern.

Ihre Arena bietet nicht nur lediglich 15.000 Anhängern Platz und damit weitaus weniger als die anderen Erstligisten, sondern besteht zudem aus mehr Steh- (9200) als Sitzplätzen (5800). Mit diesem laut SCP "aus Vereinssicht ungünstigen Verhältnis" hängen die vergleichsweise hohen Ticketpreise in erster Linie zusammen: Der Aufsteiger muss einerseits mit diesen für Bundesliga-Verhältnisse begrenzten Möglichkeiten Erlöse erzielen, will gleichzeitig aber auch weniger betuchten Fans das Live-Erlebnis ermöglichen.

Bei der letzten Bundesliga-Teilnahme zahlten die SCP-Fans noch mehr

Die neue Preisstruktur entstand nach Klubangaben in mehreren Gesprächsrunden "auf Augenhöhe" mit dem Fanbeirat. Im Vergleich zur letzten Bundesliga-Saison 2014/15 seien die Ticketpreise "in allen Bereichen" gesunken. Die günstigste, nicht ermäßigte Dauerkarte kostete vor fünf Jahren noch 255 Euro. Außerdem gibt es nun besonders günstige Einzel- und Dauertickets für 15- bis 17-Jährige, im Verhältnis zur Kategorie 1 deutlich mehr Sitzplätze in der günstigeren zweiten Kategorie und insgesamt nur noch maximal 7500 Dauerkarten, um mehr Fans über die Einzelkarten Bundesliga-Fußball bieten zu können.

Der Fanbeirat ist offenbar zufrieden. "Nach intensiven Verhandlungen haben wir uns auf die Preise geeinigt, die unseren Nachwuchszuschauern entgegenkommen und die Fans belohnt, die immer hinter der Mannschaft stehen", wird er in der Paderborner Pressemitteilung zitiert.

jpe

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